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Der ganz normale Wahnsinn! Nachdem es den üblichen Verdächtigen im Laufe der letzten Jahrzehnte mit Milliardenaufwand gelungen war mich von den unübersehbaren Vorteilen ihrer immer besser werdenden, weißer waschenden, gesünderen und lebensnotwendigen Produkte zu überzeugen, gelangte ich eines Tages an einen Punkt, den ich rückblickend als einen „körperlichen Supergau" bezeichnen möchte. Was war geschehen? Mein noch recht junger Körper wurde mit allem Notwendigen versorgt, was er für seine Entwicklung benötigte um sich ganz passabel zu entwickeln. Unsere heimische Landwirtschaft, mit all ihrer Verschiedenartigkeit, produzierte die leckersten Dinge und so futterte ich drauf los was das Zeug hielt.
Ich könnte noch stundenlang berichten über im Steinofen gebackenes Brot – es duftete einfach himmlisch, von frischer Milch und frischen Eiern, sozusagen direkt vom Tier geliefert. Oder die selbst gemachte Marmelade, da war immer ein bisschen Schaum oben drauf, der war besonders lecker. Ach ja, da fällt mir noch etwas ein. Wir hatten einen eigenen Brunnen, dessen Wasser war frisch und klar, super weich und exzellent im Geschmack. Ich höre mit diesen Beschreibungen jetzt mal auf, mir läuft das Wasser im Mund zusammen und meine Nase gaukelt mir gerade diese herrlichen beschriebenen Düfte vor. Meine Entwicklung schritt voran. So um die Zwanzig packte mich dann die Lust aufs Stadtleben. Also hast du nicht gesehen ab in die Großstadt. Hamburg musste es sein. Ein Superlativ nach dem anderen. Discounter, Supermärkte, Wochenmärkte, Einkaufszentren und und und.
Alles was die Landwirtschaft bis dato für mich bereithielt, erwies sich als
Witz. Gab es doch all´die leckeren Sachen viel praktischer verpackt in Blech
Kunststoff und Pappe, sozusagen
Wirtschaft und Industrie ergriffen die Initiative. Ich zähle einmal einige
Begriffe auf, die uns ach so eingängig und geläufig geworden sind. Machen Sie
sich bitte selbst ein Bild über diese wahrhaft einzigartigen Errungenschaften
und deren Auswirkungen auf Mensch, Tier und unsere
Ersatzstoffe aller Art, künstliche Aromen und Düfte, Pestizide, Fungizide, Benzol, Fluor, Aluminium Salze, Glutamat, Butane, Mineralöl, Formaldehyd, DEA, Saccharin, Collagen, LAS-Tenside, Nitrosamine, Moschusverbindungen, Laugen, Dioxin, Fluorkohlenwasserstoffe, Chlor, Amalgam. Diese Aufzählung könnte ich problemlos noch über Stunden fortsetzen. All´das soll keine Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur haben? Nun ja, wenn sie mit der Genmanipulation leben können, bitte! Ich hätte da noch anzubieten: Z. B. Krebs, Aids, Rinderwahn, Vogelgrippe, Baumsterben, globale Erwärmung, Polschmelze, diverse Ozonlöcher. Auch hier zähle ich auf Wusch noch diverse Freundlichkeiten auf. Doch nun zurück zum oben beschriebenen „körperlichen Supergau".
Ich erinnerte mich an einen Film. Viele von Ihnen werden ihn gesehen haben. Unter dem Titel „Nummer 5 lebt" versucht ein ausgebüxter Versuchsroboter das Mensch sein zu lernen. Dieses putzige Kerlchen kreierte einen Begriff: „Input". Diese Lernmethode schien mir Erfolg versprechend. Ich machte sie mir zueigen. Nächtelange Besuche im Internet. Literatur von Wissenschaftlern, Ärzten, Gespräche mit Betroffenen, Erfahrungsberichte, Diskussionen mit Freunden, Weiterbildung an den Wochenenden und vieles mehr. Nach vielen Monaten begann die Suche nach neuen Wegen Konturen anzunehmen. Mehr davon im Kapitel: „Der neue Weg" |
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